Eine Haupttagung mit historischen Beschlüssen: Neuer Vorstand, neue Ordnung „Die    Weichen    sind    gestellt“,    so    resümierte    der    wiedergewählte    Vorsitzende    Pfr.    Gerd    Kiefer    die Haupttagung   der   Arbeitsgemeinschaft   der   Männerarbeit   der   EKD   vom   5.   Bis   7.   Mai   im   Theologischen Zentrum in Braunschweig. Es   war   in   mehrfacher   Hinsicht   eine   historische   Tagung:   Die   Arbeitsgemeinschaft   der   Einrichtungen   für Männerarbeit   in   den   evangelischen   Landeskirchen   entwickelte   in   wesentlichen   Punkten   von   der   Basis her   ihre   Grundlagen   fort,   um   für   die   Gründung   des   Evangelischen   Zentrums   Frauen   und   Männer   in   der EKD 2016 gut aufgestellt zu sein. Ein   in   der   Zusammensetzung   konzentrierter   neuer   Vorstand   wird die   jahrelangen   Vorarbeiten   in   den   nächsten   vier   Jahren   umsetzen. Die   Delegierten   wählten   als   Vorsitzenden   Gerd   Kiefer   (Leiter   der Evangelischen      Arbeitsstelle      Bildung      und      Gesellschaft      der Evangelischen   Kirche   der   Pfalz),   als   stellvertretenden   Vorsitzenden Dr.    Helmut    Eiteneyer    (Vorsitzender    des    Landesvorstands    der Männerarbeit    der    Ev.    Kirche    von    Westfalen)    sowie    als    weitere Mitglieder:    Henning    Busse    (Landesmännerpastor    der    Ev.-luth. Landeskirche     Hannovers),     Dr.     Holger     Gemba     (Mitglied     des Landesvorstands   der   Männerarbeit   der   Ev.   Kirche   von   Westfalen), Silvio   Hermann-Elsemüller   (Landesobmann   der   Männerarbeit   der Ev.    Kirche    Berlin-Brandenburg-schlesische    Oberlausitz),    Thomas Lieberwirth     (Geschäftsführer     der     Männerarbeit     der     Ev.-luth. Landeskirche    Sachsens)    und    Maic    Zielke    (Landesmännerpfarrer der   Ev.-luth.   Landeskirche   in   Braunschweig).   Martin   Rosowski   wird als    einer    der    Geschäftsführenden    des    Zentrums    dem    Vorstand beratend angehören. Damit     standen     auf     der     Mitgliederversammlung     der    Arbeitsgemeinschaft     zugleich     tiefgreifende Änderungen    ihrer    Ordnung    an.    Der    Vorstand    wird    in    Zukunft    nicht    mehr    den    Haushalt    der Arbeitsgemeinschaft   und   seiner   Geschäftsstelle   in   Hannover   verantworten,   sondern   den   Verein   zur Förderung   der   Männerarbeit   der   EKD   als   Gesellschafter   des   Evangelischen   Zentrums   Frauen   und Männer vertreten. Partner sind die Evangelischen Frauen in Deutschland e. V. (EFiD). Die   Mitgliederversammlung   befand,   der   Männerarbeit   der   EKD   komme   nun   umso   stärker   die   Aufgabe und   Chance   zu,   die   Stimmen   der   landeskirchlichen   Einrichtungen   für   Männerarbeit   zu   bündeln   und   sie gemeinsam   mit   den   Frauen   als   evangelischen   Beitrag   in   die   Debatten   einer   sich   modernisierenden Gesellschaft   einzubringen.   Das   geschlechtsspezifisch   ausgerichtete   Engagement   für   Männer   und   mit Männern, bilde die Basis für die gemeinsamen Projekte des Zentrums. In     Neuformulierungen     der     Ordnung     der     Arbeitsgemeinschaft     findet     diese     Entwicklung     ihren Niederschlag:   „Die   Männerarbeit   der   EKD      möchte   den   Männern   die   Botschaft   vom   Reich   Gottes   nahe bringen,   sie   einladen,   damit   zu   leben   und   sie   befähigen,   diese   in   Kirche   und   Gesellschaft   umzusetzen. Sie   hat      die   kommunikative   und   fachliche   Vernetzung   von   ehren-   und   hauptamtlichen   Mitarbeitern   der Männerarbeit   der   Gliedkirchen   auf   der   EKD-Ebene   zum   Ziel.   Sie   setzt   sich   für   Frieden,      Gerechtigkeit und    die    Bewahrung    der    Schöpfung    ein    und        weiß    sich    der    gleichberechtigten    Gemeinschaft    von Männern und Frauen in Kirche und Gesellschaft verpflichtet.“ Auch    in    den    Arbeitsstrukturen    werden    neue    Wege    beschritten.    Die Versammlung   setzte   einen   Grundsatzausschuss   ein,   der   alle   relevanten inhaltlichen   Kompetenzen   erfasst.   Er   löst   den   bisherigen   theologisch- gesellschaftlichen    Beirat    und    zielgruppenspezifische    Fachausschüsse ab.   Einzelne   Projektausschüsse   werden   zielgerichtete   Aufgaben   wie   z. B.   die   Planung   und   Durchführung   einer   jährlich   EKD-weiten   Vater-Kind- Aktion.     Auf      diese      Weise      will      die      Männerarbeit      flexibel      und ergebnisorientiert     ihre     Ressourcen     einsetzen.     Damit     reagiert     sie ebenfalls      auf      die      sich      auswirkenden      allgemeinen      finanziellen Einschränkungen innerhalb der evangelischen Kirche. Nahezu   sinnbildlich   stand   über   der   Haupttagung   das   Jahresmotto   der Männerarbeit   der   EKD:   „‘auf   dass   ihr   heil   werdet‘   (Phil   2,12)   –   Männer zwischen    Risiko    und    Sicherheit“.    Auf    dem    Podium    freute    sich    die Versammlung,   den   Brauschweiger   Landesbischof   Dr.   Christoph   Meyns sowie   den   Vizepräsidenten   des   Niedersächsischen   Landtages,   Klaus- Peter Bachmann (SPD) zu diesem Themenkreis begrüßen zu dürfen. Bischof   Meyns   räumte   ein,   noch   nicht   mit   der   Frage   konfrontiert   worden zu   sein,   inwieweit   es   für   sein   Amt   und   seine   Arbeit   eine   Bedeutung   habe,   dass   er   ein   Mann   sei.   Die Themen   als   solche   gäben   den Ausschlag,   z.   B.   Mitgliederbindung   in   den   Kirchen   oder   die   Situation   von Flüchtlingen.   Rollen   ließen   sich   gestalten:   Gemeinsam   mit   seiner   Frau   habe   er   Familie,      Beruf   und Freizeit    geteilt.    Vollzeit    habe    er    nur    zu   Anfang    der    Erziehungszeiten    gearbeitet,    was    seine    Frau aufgrund    der    Entlastung    sehr    geschätzt    habe.    Als    Politiker    wusste    Klaus-Peter    Bachmann    sich insbesondere   von   Gleichstellungsfragen   beeinflusst.   So   habe   er   sein   Amt   als   Parlamentspräsident letztlich   Entscheidungen   des   Proporzes   zu   verdanken. Als   Funktionär   der Arbeiterwohlfahrt   habe   er   sich oft    mit    der    Situation    von    Frauen,    aber    auch    Männern    im    sozialen    Berufsfeld    zu    befassen.    Die Diskussion bestärke ihn in der Idee, in seiner Partei vielleicht Männerarbeitskreise anzuregen. Für    das    kommende    Jahr    hat    die    Arbeitsgemeinschaft    der    Männerarbeit    der    EKD    ein    neues Jahresthema      verabschiedet,      zu      dem      die      Einrichtungen      in      den      Gliedkirchen      vielfältige Veranstaltungsformen   entwickeln   wird:   „‘Und   ob   ich   schon   wanderte…   (Ps   23,   4)‘   –   sich   von   seiner Sehnsucht finden lassen“. Das   Bild   des   Weges   der   Männer   begleitet   die   Männerarbeit   der   EKD   also   weiterhin:   mitten   in   die Veränderungen hinein.
v.l.n.r.: Gerd Kiefer, Martin Rosowski, Henning Busse, Silvio Herrmann- Elsemüller, Helmut Eiteneyer, Maic Zielke