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Männerarbeit 2006

 

Die Echzeller Richtlinien

(03.05.1946)


Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland


I. Auftrag

Jesus Christus hat zur Verkündigung des Evangeliums Männer berufen, ausgerüstet und ausgesandt. Das Leben der urchristlichen Gemeinde ist entscheidend von Männern getragen worden. Die Kirche ist zu besonderem Dienst an den Männern verpflichtet, und die Männer erhalten durch die Bibel ihren besonderen Auftrag in Kirche und Volk.
Eine Kirche ohne Männer ist eine Kirche in ernster Gefahr, Männer ohne Kirche sind Männer ohne Gott. Darum gehört die Männerarbeit heute zum Leben der Kirche.
Die Kirche steht unter dem Gebot, durch ihre Männerarbeit die Männer in der Wirklichkeit ihres Lebens aufzusuchen, sie zur Gemeinde zu rufen, unter Wort und Sakrament zu sammeln, ihnen zu christlicher Bruderschaft zu verhelfen und sie für den Dienst in Kirche und Volk nach Schrift und Bekenntnis auszurüsten. Dabei ist ihre Losung:
Sammlung der Männer unter dem Wort,
Ausrüstung der Männer mit dem Wort,
Sendung der Männer durch das Wort

II.  Aufgabe

Das Ziel aller kirchlichen Männerarbeit ist es, den Mann als lebendiges Glied seiner Gemeinde in Christus zu gründen und ihn als Zeugen Christi in die Welt zu senden.
Darum lassen wir uns in der Männerarbeit in den ganzen Reichtum der Heiligen Schrift planmäßig einführen, zum rechten Gebrauch der Sakramente und zu einem neuen Leben aus dem Evangelium anleiten, in Gebet, Lied, Gottesdienst und Bekenntnis der Gemeinde einüben und uns mit der Geschichte der Kirche und Gemeinde vertraut machen.
Darum erbitten wir uns erleuchtet Augen für die der Gemeinde von Christen geschenkten Gaben und Ämter, damit wir zu lebendigem Dienst erweckt werden (Amt der Ältesten und Diakone, Helfer im Kindergottesdienst, Jugendhelfer, Vormünder und Fürsorger, Elternbeiräte, Mitarbeiter in Jungmänner- und Männerarbeit, Besuchs und Zeugendienst in der Gemeinde, Verkündigungsdienst, Kirchenmusik, Schriftenmission usw.)
Darum suchen wir die sittlichen, sozialen und kulturellen Aufgabe zu erkennen und zu erfüllen, die heute dem Christen in seinem Volk gestellt sind. Es gilt, die Geister zu prüfen, den guten und vollkommenen Gotteswillen zu tun, die Fragen der Zeit vom Evangelium her zu klären und der Irrlehre und Versuchung im Glauben fest zu widerstehen. Es gilt, unsere christliche Verantwortung für die rechte Erziehung in Haus und Schule wahrzunehmen. Es gilt, vom Glauben her Weisungen für unsere Betätigung im politischen Leben zu empfangen.
Darum ringen wir um die Erkenntnis, wie wir uns als christliche Männer bewähren müssen in den Ständen, in denen uns der Ruf des Herrn trifft: Ehegatte, Vater, Sohn, Bruder, Geselle, Meister, Nachbar, Lehrer, Arzt, Beamter, Kaufmann, Arbeiter, Bauer, Seemann usw.

III.   Aufbau

Folgender Weg für den Aufbau der kirchlichen Männerarbeit hat sich bewährt:

Im Männerabend der Gemeinde sammeln sich die Männer um das von der Leitung der Männerarbeit angebotene Monatsthema und aktuelle kirchliche Fragen.
Der Kern der Männerarbeit ist der wöchentlich oder vierzehntäglich zusammentretende Männerkreis (Vertrauensmännerkreis, Männerbibelkreis), der mit dem Pfarrer im Gespräch über die Bibel in die Tiefe und das Ganze der Schrift eindringt und mit der Kraft des Wortes und des Geistes Gottes sich rüsten läßt für den tätigen Dienst an der Gemeinde. Er wird ausgerichtet durch planmäßige Hausbesuche von Männern bei Männern mit dem Ziel, sie durch das persönliche Zeugnis, durch das Männergespräch, durch die Einladung zum Gottesdienst und zur Teilnahme an der Männerarbeit und durch Schriftenmission für Christus zu werben und zu gewinnen.
Die Zurüstung der Männer geschieht ferner in Wochenendfreizeiten, mehrtägigen Rüstzeiten und gemeindlichen, synodalen und landeskirchlichen Männertagen.
Die Männerarbeit gliedert sich im Gesamtbereich einer Kirche entsprechend dem Aufbau der Kirche. In allen Stufen und Gliederungen der Männerarbeit treten Obmänner den Pfarrern zur Seite als Mitträger der Verantwortung und als Mitleiter der Männerkreise.
Das Verhältnis der Werke der Kirche zueinander bedarf einer kirchlichen Ordnung. Insbesondere muß die männliche Jugend in die kirchliche Männerarbeit hineinwachsen.
Die Bruderschaft und der tätige Dienst aneinander wird sich auch in der brüderlichen Hilfe erweisen, die ein Männerkreis dem anderen, eine Synode der anderen und ein Kirchengebiet dem anderen leistet, und die planmäßig durchgeführt werden muß.