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Die Zukunft der Männer in Kirche und Gesellschaft Konzeption der Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit der EKD (1995)
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Die Konzeption von 1995 bildet die geltende Basis der Aktivitäten der Männerarbeit der EKD.
Einige Textauszüge:
“Immer mehr Männer suchen nach Wegen, sich aus bedrückenden und zerstörenden Rollenmustern zu lösen. Sie sind unterwegs zu einem Ort in der Gesellschaft, an dem sie ihr Mannsein in der positiven Spannung von Stärke und Schwäche, Gefühl und Vernunft leben können.
Männer sind herausgefordert, über sich selbst nachzudenken und sich der Aufgabe einer lebenswerten Zukunftsgestaltung zu öffnen. Die Frage nach der Zukunft ist auch eine Frage nach der Vision, die Männer von sich selbst und ihrer Rolle in dieser Welt haben.
Die religiöse Krise und die veränderten Lebensbedingungen machen es notwendig, die christliche Sicht des Menschen und der Welt neu auf die Lebenswelt des Mannes zu beziehen. Der Begriff Gerechtigkeit erweist sich hier als zentral und richtungsweisend.
Gerechtigkeit in der Beziehung zwischen den Geschlechtern heißt, das veränderte Selbstverständnis und Selbstbewußtsein der Frau zu respektieren und dadurch entstehende Freiräume des Mannes für ein Engagement in der Familie und eine positive Ausfüllung der eigenen Vaterrolle zu entdecken.
Um eine erneuerte Gemeinschaft von Frauen und Männern zu ermöglichen, ist es notwendig,
daß auf der gesellschaftlichen Ebene Chancengerechtigkeit zwischen Mann und Frau realisiert wird,
daß auf der ethischen Ebene die Vielfalt partnerschaftlicher Beziehungsformen respektiert wird,
daß auf der individuellen Ebene Männer ein geschlechtliches Selbstbewußtsein entwickeln, in dem ein Klima gegenseitiger Achtung zwischen Männern und Frauen entsteht und ein lustvoll-spannungsreiches Miteinander möglich wird.
Formen männlicher Spiritualität, in denen Gottes Geist mächtig ist und die seiner Gerechtigkeit entsprechen, befreien von den inneren und äußeren Zwängen der eigenen Rolle. Die Kirche sollte daher als Ort der Freiheit erfahrbar werden, an dem Männersich angenommen fühlen, als Subjekte ihres Glaubens ernstgenommen werden, Gemeinschaft auch unter individualisierten Lebensbedingungen leben dürfen, zu aktiver und kritisch-konstruktiver Teilhabe ermutigt werden.
Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Umbrüche erfordern eine Veränderung der Männer und ihrer Lebenswelten. Dafür ist es notwendig, neue Modelle zu entwickeln:
für eine Gemeinschaft, die in gegenseitiger Achtung und Anteilnahme gestaltet wird;
für eine Gesellschaft, in der Macht demokratisiert wird, und in der den Armen geholfen und den Zufluchtsuchenden nicht die Tür gewiesen wird; für eine Wirtschaft, die das Wohlergehen des Menschen und seiner Mitwelt zum obersten Ziel hat;
für eine Kultur, die an der biblischen Sabattradition festhält, die Raum bietet zum Innehalten, in der Frauen, Männer und Kinder Zeit für einander finden und in der die Schöpfung zur Ruhe kommen kann.
Auf ihrem Weg zu gerechteren Lebensverhältnissen ist die Männerarbeit auf die Gemeinschaft der Kirche angewiesen und wirkt zugleich an deren Erneuerung mit.”
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